Der Kartoffelanbau befreit die Menschen in der Provinz Gansu aus der Armut
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In einem Gewächshaus der Baiquan Potato Co. Ltd. im Bezirk Anding in der Provinz Gansu wachsen Minikartoffelknollen heran (WANG HAIRONG)
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Das Dorf Daping im Bezirk Dingxi liegt mehr als 2000 Meter über dem Meeresspiegel (WANG HAIRONG)
Ein angenehmer Frühlingsregen ging am 16. Mai auf die Felder im Bezirk Anding in Dingxi in der nordwestlichen Provinz Gansu nieder. Regentropfen pladderten auf die Dächer der Gewächshäuser, tröpfelten über die Dachschrägen in ein Becken in ihrem Inneren, wo Kartoffeln angebaut werden.
In einem chinesischen Gedicht heißt es, Frühlingsregen sei so wertvoll sie Öl. In Dingxi, das in einer semi-ariden Zone liegt, gilt das umso mehr.
Kartoffeln sind für die Anwohner eine wichtige Einnahmequelle. Mehr als 55 Prozent der 119.000 Hektar Ackerland im Bezirk Anding werden nach Angaben eines Beamten aus der Zentrale der Bezirksregierung zum Kartoffelanbau genutzt, der 40 bis 60 Prozent der Jahreseinnahmen des Bezirks ausmacht.
Wegen des trockenen Klimas und des unfruchtbaren Lands hat Dingxi oft mit Armut zu kämpfen gehabt. Historischen Aufzeichnungen zufolge schrieb Zuo Zongtang, ein kaiserlicher Beamter der Qing-Dynastie (1644-1912), dem Kaiser 1876, dass die Region die ärmste des ganzen Landes sei. 1982 bewertete die Welternährungsorganisation Dingxi als ungeeignet für eine menschliche Besiedlung. Auch heute noch zählt der Bezirk Anding (der ehemalige Kreis Dingxi) zu den 592 verarmten Landkreisen, die Hilfe benötigen.
Örtliche Bauern haben den Kartoffelanbau als einen Weg aus der Armut entdeckt. Die widerstandsfähige Nutzpflanze überlebt kalte Winter, Dürren und karge Umgebungen und ist ideal für die Region. Die Ernteerträge sind hoch, und Dingxi ist mittlerweile eins der größten Kartoffelanbaugebiete in ganz China.
Der Bezirk Anding hat eine ganze Produktionskette für die Kartoffelanpflanzung und –verarbeitung aufgebaut. Die bescheidene Erdknolle hat vielen Anwohnern erfolgreich aus der Armut geholfen.
2011 lebten 41,3 Prozent der 371.000 Anwohner unter der gesetzlichen Armutsgrenze von 2300 Yuan Jahresnettoeinkommen (371 US-Dollar). 2014 war die Armutsquote laut Daten der Bezirksregierung auf 22,9 Prozent gesunken und das Jahreseinkommen der Landbewohner lag pro Kopf bei 4620 Yuan (745 US-Dollar).
"2014 hatten Kartoffeln einen durchschnittlichen Anteil von 2100 Yuan (339 Dollar) am jährlichen Nettoeinkommen der Anwohner", erklärte Jia Junfeng, Beamter der Wirtschaftsabteilung des Bezirks Anding.
Im vergangenen Jahr hätten Einnahmen aus dem Kartoffelexport 33 Millionen US-Dollar erreicht, so Jia. Kartoffeln und Kartoffelprodukte aus Dingxi werden in ganz China und in Ländern wie den USA, Brasilien, den Vereinten Arabischen Emiraten und Kasachstan verkauft.
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