12-03-2013
Im Focus
Macht die Regierung einen guten oder schlechten Job?

Keine Urbanisierung ohne Kulturerhaltung 

Fan Di'an, Mitglied der PKKCV und Kurator am Nationalen Kunstmuseum von China

Bei der Urbanisierung sollten menschen- und kulturorientierte Prinzipien kombiniert werden. Einerseits sollte die Lebensqualität der Bauern verbessert, andererseits sollte das Bewusstsein für die Erhaltung von Kulturgütern verstärkt werden.

Bis 2020 ist damit zu rechnen, dass Bauern bzw. Landbewohner im zweistelligen Millionenbereich in die städtischen Ballungszentren des Landes abwandern werden und damit möglicherweise Chinas nächsten Wirtschaftsboom anheizen.

Die Urbanisierung zielt darauf ab, das Leben der Bauern zu verbessern, das bedeutet eine Verschiebung von einer traditionell bäuerlichen hin zu einer städtischen Lebensweise. Es handelt sich um einen gigantischen Prozess, der Veränderungen der wirtschaftlichen Existenz, der Herstellungsmethoden, der Lebensweise und der Verwaltung der gesamten Gesellschaft mit sich bringen wird.

Der gesamte Prozess sollte auf dem Prinzip der Orientierung am Menschen beruhen. Größerer Wohlstand für die Bauern verkleinert die Einkommenskluft und führt zu einer harmonischeren Gesellschaft.

Die Kultur darf beim Prozess der Urbanisierung auf keinen Fall vernachlässigt werden. Die Urbanisierung der 1990er Jahre, einer Zeit, in der viele Kulturschätze beschädigt, zerstört oder aufgegeben wurden, waren für uns eine harte Lektion. Obwohl einige historische Gebäude erhalten blieben, wie Tempel, historische Anlagen oder die ehemaligen Wohnsitze berühmter Persönlichkeiten, ist das ökologische Gefüge, auf dem Kultur beruht, verschwunden.  

Wenn man heute diese Touristenattraktionen in einer Stadt besichtigt, fühlt man sich wie ein Außenseiter, statt dazugehörig. Das wird zu einem mangelnden Zugehörigkeitsgefühl für die Stadtbewohner führen.

Urbanisierung ist ein systematisches Projekt, das die Kooperation zahlreicher Behörden und Regionen erfordert. Es sollte ein genereller Überblick über die Urbanisierung in China gegeben werden, jede Region sollte jedoch ihre eigenen Pläne entsprechend den örtlichen Bedingungen formulieren und so zum Bewusstsein für die Erhaltung von Kulturgütern beitragen. Die Urbanisierung sollte spezifisch chinesische Züge tragen.

China kann aus ausländischen Urbanisations-Erfahrungen, beispielsweise in Amerika und Europa, lernen. Europäische Städte beisitzen einen individuellen Charakter und kulturelle Besonderheiten, dennoch leben die Menschen dort ein modernes Leben. Amerikanische Städte sind dagegen eher langweilig und sehen fast überall gleich aus.  

Das Ministerium für Wohnung und Aufbau in Stadt und Land sollte ein wenig Recherche betreiben und Architekten beim Entwurf von Gebäuden helfen, die unterschiedlichen Stilen entsprechen.

Alle Städte sehen zurzeit gleich aus, und das wollen wir definitiv nicht. Denn dann würden unsere kulturellen Erinnerungen ein für alle mal verschwinden.

 

 

Vereinfachung des Gesundheitssystems

Li Li, Abgeordneter des NVK, Leiter des Amts für Gesundheitswesen der Provinz Jiangxi

Wen unterstrich die Notwendigkeit, die Reform von Chinas Gesundheitswesen zu vertiefen, ganz in Übereinstimmung mit dem wachsenden Bedürfnis der Bevölkerung nach einer besseren medizinischen Versorgung.

Das Land sollte seine Basis-Krankenversicherung und sein medizinisches Versorgungssystem vernetzen. Zurzeit wird das  System der genossenschaftlichen medizinischen Betreuung neuen Typs auf dem Land, das der dortigen Bevölkerung eine bezahlbare medizinische Versorgung bietet, vom Ministerium für Gesundheitswesen verwaltet. Die Krankenversicherung für Landbewohner steht unter der Aufsicht des Ministeriums für Menschliche Ressourcen und Sozialabsicherung. Und das Ministerium für Zivile Angelegenheiten kontrolliert das medizinische Versorgungssystem. Wenn ähnliche Behörden unter den drei Ministerien zusammengelegt und von einem einzigen Ministerium verwaltet würden, würde das die Effizienz steigern und den Zugang zur medizinischen Versorgung für Land- und Stadtbewohner verbessern.

Im Moment gibt es drei Mitarbeiter-Teams, eine große Personal-Verschwendung.

Jiangxis Maßnahmen zur Abdeckung schwerwiegender Erkrankungen durch die Krankenversicherungen bieten ein gutes Beispiel. Im Jahr 2009 waren Operationen für Patienten mit grauem Star und Lippen-Kiefer-Gaumenspalten kostenlos. 2010 wurden angeborene Herzfehler und Leukämie bei Kindern mit Geldern der Provinzregierung kostenlos behandelt. 2011 erhielten Patienten mit Harnvergiftung freien Zugang zur Hämodialyse. Im vergangenen Jahr startete die Provinz eine Kampagne zur Behandlung schwerer Geisteskrankheiten für notleidende Familien. Bislang hat Jiangxi 237.000 Patienten mit schwerwiegenden Erkrankungen eine kostenlose medizinische Behandlung ermöglicht. Zusätzlich zu den bestehenden Programmen plant Jiangxi 2013 Gebärmutterhals- und Brustkrebs auf die Liste der kostenlos zu behandelnden Krankheiten zu setzen.

Bei der Prävention und Behandlung von Bilharziose muss noch mehr geschehen, dazu zählt auch die Bekämpfung der Infektionsursachen und die Einrichtung von Behörden zur Krankheitsprävention und -Kontrolle.

 

Zugang für Privatunternehmen zur Rüstungsindustrie 

Jiang Nan, Mitglied der PKKCV, Vizepräsident der Handelskammer von Liaoning, Vorstandsvorsitzender der Guangdong Sunrich Group

Im Bericht heißt es, dass China die Modernisierung seiner Landesverteidigung und seiner Streitkräfte beschleunigen solle, um seine Verteidigung und militärischen Fähigkeiten zu stärken. „Wir sollten …die Souveränität, Sicherheit und territoriale Integrität des Landes entschieden wahren und seine friedliche Entwicklung gewährleisten", heißt es genau.

China hat einen ausgeprägten Sinn für den Schutz seiner Territorien.

Das Militär kann sich mehr am Markt orientieren und öffnen. Zurzeit ist die Schwelle für Privatkapital zu hoch. Privatunternehmen sollten zum richtigen Zeitpunkt Zugang zur Produktion militärischer Ausrüstung erhalten und es sollten entsprechende Strategien formuliert werden, die dies unterstützen.

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