12-03-2013
Im Focus
Macht die Regierung einen guten oder schlechten Job?

Schaffung von Arbeitsplätzen im Dienstleistungssektor

Hou Yuwen, Abgeordnete des NVK, Managerin des Xinhaian Business Hotel in Pingxiang, Provinz Jiangxi

Die Regierung sollte eine leichtere Finanzierung von kleinen und Kleinstunternehmen im Dienstleistungsbereich ermöglichen. Die Anmerkungen von Premier Wen zur weiteren Förderung der Dienstleistungsbranche sind von enormer Bedeutung. Mit verbesserten Möglichkeiten wird die Branche wachsen.

Der Dienstleistungsbereich wird immer eine aufsteigende Branche sein. Obwohl er alles in allem nicht immer eine große Gewinnspanne bietet, eröffnet er Normalbürgern eine beträchtliche Zahl an Jobmöglichkeiten.

Die Regierung sollte die Schwelle zur Finanzierung von Startups weiter senken. Trotz bereits angebotener Mikrokredite und zinsfreier Darlehen stoßen Gründer bei der Kreditvergabe immer noch auf Schwierigkeiten.

Finanzinstitute sollten Kredite nach Machbarkeit der Business-Pläne, der Kreditwürdigkeit der Schuldner und deren geschäftlichen Ambitionen vergeben.

Der Lohn der Bauern in der Saatgutindustrie sollte ebenso erhöht werden. In den vergangenen 30 bis 40 Jahren haben viele Betriebe in Pingxiang für einen Saatgutbetrieb in Sanya (Provinz Hainan) gearbeitet. Da das Land in Hainan gepachtet ist, haben die Bauern jedoch keinen Anspruch auf Subventionen der Regierung.

Die Verteilungsstruktur von Subventionen sollte korrigiert werden, so dass Bauern, die derzeit auf dem Feld arbeiten, davon genauso profitieren wie die Saatgut-Bauern. Im Moment müssen sie hinsichtlich Land, Strom und Wasser mit weiteren hochprofitablen Betrieben konkurrieren. Die Saatguterzeugung ist wichtig für das Land und wir sollten sie mehr unterstützen.

 

Privatunternehmen als Investoren beliebter 

Chen Jingwei, Mitglied der PKKCV, Vizepräsident der Gesamtchinesischen Vereinigung der Industriellen und Kaufleute, Präsident der Chinesischen Handelskammer in Hongkong

Verglichen mit staatseigenen Betrieben sind Privatunternehmen auf dem ausländischen Markt deutlich willkommener.

Das Ausland hat Bedenken hinsichtlich der Expansion chinesischer Unternehmen, aber diese Angst betrifft vor allem staatliche Unternehmen. Deren Auslands-Investitionen und -Übernahmen werden oftmals als Ausdehnung des Einflussbereichs der chinesischen Regierung und als Bedrohung ausländischer Interessen betrachtet. Diese Ansicht verändert sich durch die Privatunternehmen.

Der China Overseas Investment Summit im vergangenen Jahr in Hongkong zog Teilnehmer aus mehr als 40 Ländern an. Während des Gipfels wurden chinesische Privatunternehmen umworben, damit sie ins Ausland investieren.

China sollte seine Devisenreserven nutzen, um qualifizierte Privatunternehmen bei Auslandsinvestitionen zu unterstützen und Hongkong als Plattform dafür nutzen.

Von den abgehenden Direktinvestitionsbeständen chinesischer Firmen im Nicht-Finanzsektor wurden nach Angaben des Handelsministeriums 65 Prozent in oder über Hongkong ins Ausland abgewickelt.

Als Vizepremier Li Keqiang im August 2011 Hongkong besuchte, kündigte er eine "Going Global"-Strategie der Regierung an, die von Firmen aus Hongkong und China gemeinsam umgesetzt werden und von Hongkongs Know-how in Bereichen Finanzwesen, Recht, Buchhaltung und  Anlageberatung profitieren solle.

Privatunternehmen gehen mit der  Strategie des „Ins-Ausland-Gehens" jedoch viele Risiken ein.

Sie sind bei der Expansion ins Ausland extrem vorsichtig, denn sie tragen während des gesamten Prozesses alle Risiken. Die Firmen müssen zahlreiche Schwierigkeiten bei der Finanzierung bewältigen und verpassen deshalb manchmal andere gute Möglichkeiten.

Die Zentralregierung muss mehr zur Unterstützung privater Unternehmen tun, die global konkurrieren und expandieren wollen.

Viele Strategien zeigen nur die Hauptrichtung für Privatunternehmen auf, aber es mangelt an Detailinformationen. Das wird zu einer schlechten Umsetzung der Strategie führen. China sollte spezifischere Maßnahmen und Umsetzungsrichtlinien erlassen, um Privatunternehmen besser zu unterstützen.

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