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Unternehmenskooperationen als Schlüssel zum Erfolg
Baidu und Tencent hätten sich bewusst entschieden, in einen der Marktführer zu investieren, statt eigene Angebote an den Start zu schicken, sagt Chen Shou, Analyst des Informations- und Technologie-Beratungsunternehmens Analysys International im 21 Century Economic Herald Report. „Baidu und Tencent liegt der E-Commerce nicht im Blut."
Auch die Technologie stelle eine Hürde dar, sagte Hong Bo, Experte der IT-Industrie, jüngst gegenüber der Zeitung National Business News. Eine vertikale Suchmaschine, wie sie Qunar verwende, fokussiere ein spezifisches Segment an Onlineinhalten und unterscheide sich somit von allgemeinen Suchdiensten wie etwa Baidu. Selbst wenn es Baidu gelänge, die technologischen Hürden zu überwinden, fielen saftige Betriebskosten an – es müsste ein Team gebildet werden, das die Informationen sammle und bearbeite, um die Produkte so für Anfragen an die Adresse von Fluggesellschaften und Hotels maßzuschneidern. Das würde einen großen Koordinationsaufwand für die einzelnen Abteilungen des Unternehmens bedeuten, so Hong.
„Der Schlüssel für erfolgreiche Investitionen im Onlinereisesegment ist eine reibungslose Integration der sich ergänzenden Stärken beider Seiten sowie ein präziser Geschäftsfokus", erklärt Chen. Dass es möglich sei, Ctrip in naher Zukunft von seiner Position als Marktführer zu verdrängen, daran glaubt Chen nicht. „Es fehlt an einzigartigen und vielfältigen Geschäftsmodellen, die ähnlich Erfolg versprechend sind, wie das von Ctrip", sagt er.
Bisher gibt es vor allem vier Kernbereiche, auf die sich Onlinereiseanbieter konzentrierten: Hotelreservierungen, Buchung von Flugtickets, Suchmaschinen sowie Reiseinformationen und Erfahrungsaustausch.
Die meisten der chinesischen Anbieter tummeln sich derzeit in den ersten beiden Bereichen. „Sie bieten Lösungen für Probleme wie die Beförderung zum Reiseziel und die Unterkunft vor Ort an. Nur selten gibt es Antworten auf die Frage, was es zu sehen gibt und wo man essen soll", sagt Hong Qinghua, Gründer von Lvmama.
Diese Marktlücke haben kleine Reiseseiten wie Lvmama und Uzai erkannt und fordern nun die Branchenriesen mit innovativen Konzepten heraus.
Hong weiß, wie man landschaftliche Reize in Szene setzen und vermarkten muss, damit sie zum Touristenmagnet werden. Lange beriet Hong Tourismusmanager beim zielgenauen Marketing für Sehenswürdigkeiten und stieg so ins Onlinegeschäft ein. Lvmama unterhält heute Verträge mit über 3000 Tourismusgebieten. Das Internetportal zählt mehrere Millionen registrierte Nutzer.
Die Seite Uzai ist als Reiseplaner angelegt. „Wir sind nicht wie ein Flohmarkt, auf dem die Besucher mit der Entscheidung, was sie kaufen sollen, völlig alleine gelassen werden. Wir bieten vielmehr unterschiedliche Reiserouten zur Auswahl und stellen verschiedene Urlaubspakete zusammen, um unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht zu werden", sagt Li Daishan, Gründer von Uzai.com.
Durch solch innovative Ideen könnten Reiseseiten ganz einzigartige Geschäftsmodelle schaffen, sagt Zhang Dian, Geschäftsführer des Reiseunternehmens Hubs1. Aber genauso wie bei der Technologie gelte auch für Geschäftsmodelle, dass sie umsetzbar sein müssen. „Der ultimative Schlüssel zum Erfolg liegt letztendlich in der Fähigkeit des Mitarbeiterteams, die Projekte entsprechend auszuführen." |