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Am 23. Juli hat US-Außenministerin Hillary Clinton auf dem Treffen der ASEAN-Außenminister in Hanoi ein von langer Hand vorbereitetes Statement abgegeben, wonach „die Freiheit der Meere, der offene Zugang zu Asiens Seegebieten und die Respektierung internationalen Rechts im Südchinesischen Meer im nationalen Interesse der USA" sei. Ihre Rede, aus der man eine Tendenz zur Einmischung lesen kann, bringt das Südchinesische Meer wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein. Die scheinbare Beruhigung, die diese Frage durch Chinas Konzessionsbereitschaft und Bemühen um Stabilität gefunden hatte, ist empfindlich gestört. China und die Welt mag das überraschen. Dennoch war es unausbleiblich, dass dieser Tag kommen musste. Offensichtlich wird Chinas Anstrengung um die Wahrung des Friedens in der Region von einigen Nachbarstaaten nicht recht verstanden. Chinas Zugeständnisse scheinen Zweifel an der chinesischen Souveränität über einige Inseln und umliegende Seegebiete ausgelöst zu haben, was gewisse Staaten zu einer Salamitaktik verleitet. Um die fraglichen Inseln, Riffe und Sandbänke letztendlich in ihren Besitz zu bringen, versuchen diese Staaten andere Staaten, die mit der Region eigentlich nichts zu tun haben, in den Konflikt hineinzuziehen. Das ist ungerecht gegenüber einem so bevölkerungsreichen Land wie China, und gefährdet zugleich den Weltfrieden.
Es gibt unzählige historische Beweise für Chinas Souveränität über das Südchinesische Meer, solche geschichtliche Dokumenten sind in Bibliotheken und Archiv verschiedener Länder zu finden.
In dem Erdkundelehrbuch „Geografie Vietnams", das 1957 vom Verlag Kultur und Geschichte Vietnams herausgegeben wurde, findet sich keine Erwähnung der „Hoang Sa-" oder der „Truong Sa-Inselgruppe" (auf Chinesisch Xisha-Inselgruppe und Nansha-Inselgruppe) als Teil des vietnamesischen Staatsgebiets, und dennoch beansprucht Vietnam heute die Souveränität über diese Inseln.
Wahrscheinlich verfügt kein Land der Region über eine fundiertere historische Grundlage zur Begründung von Gebietsansprüchen über das Südchinesische Meer als China. Im vollen Bewusstsein dieser Tatsache hat schon ein französischer Gesandter im 19. Jahrhundert vorgeschlagen, „historische Grundlagen für Gebietsansprüche außer Acht zu lassen". Folgerichtig hat Frankreich ungeachtet historischer Tatsachen chinesisches Territorium an sich gerissen. Es ist wohl kein Zufall, dass die Strategie „historische Grundlagen außer Acht zu lassen" auch in der aktuellen Debatte um das Südchinesische Meer weit verbreitet ist und das historische Argument konsequent totgeschwiegen wird. Nicht nur die am Streit beteiligten Länder weichen den historischen Grundlagen aus und führen stattdessen die im Seerecht dargelegten rechtlichen Grundlagen für die Untermauerung ihrer Ansprüche an. Sogar US-Außenministerin Hillary Clinton predigte auf besagter Konferenz stets das Seerecht, obwohl die USA die Seerechtskonvention der Vereinten Nationen gar nicht unterzeichnet haben.
Es stellt sich jedoch die Frage, ob sich der sogenannte Konflikt um das Südchinesische Meer allein auf seerechtlicher Grundlage lösen lässt, also ohne Berücksichtigung historischer Tatsachen? Die Antwort ist nein. Überall auf der Welt, in jeder historischen Entwicklungsphase, gilt sowohl bei internationalem wie bei nationalem Recht das unveräußerliche Prinzip, dass „die Beweisführung auf Tatsachen zu beruhen, das Gesetz als Richtschnur zu gelten" habe. Ohne historische Tatsachen als Fundament, entfällt jegliche Möglichkeit, das Wesen eines Rechtsfalls und ein gerichtliches Urteil auf gesicherte Grundlagen zu stellen. In so einem Fall schweben juristische Entscheidungen im luftleeren Raum. Unter diesen Bedingungen lässt sich weder Gerechtigkeit noch Fairness herstellen.
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