10-05-2012
Buchempfehlung
Ein Freund Afrikas
von Ma Yiming

Ein Freund Afrikas

 

Im September 2011 ist das Buch „Africa: A Lifetime of Memories—My Experiences and Understanding of Africa" aus der Feder des Politikers und Diplomaten Wei Jianguo erschienen. Es liefert interessante Einblicke in das Wirken Chinas auf dem afrikanischen Kontinent.

Das Buch und sein Autor: Wei Jianguo, ehemaliger Vizehandelsminister

 

Der 1947 in Zhenjiang (Provinz Jiangsu) geborene Autor Wei Jianguo ist ein hochrangiger chinesischer Funktionär. Von März 2003 bis April 2008 war er Vizehandelsminister und Mitglied der Zentralen Disziplinarkommission beim XVI. ZK der KP Chinas (2002-2007). Derzeit ist er Generalsekretär des China Center for International Economic Exchanges.

Afrika ist ihm seit nahezu vierzig Jahren vertraut, er hat alle 54 Staaten des Kontinents bereist. Er ist eine Schlüsselfigur auf dem Feld der chinesisch-afrikanischen Beziehungen. Angereichert mit anekdotischen Details handeln seine Memoiren deshalb in erster Linie vom Leben und Streben der Menschen eines Erdteils, den Wei Jianguo ganz besonders in sein Herz geschlossen hat.

Als prominente Figur der politischen Szene Chinas beschreibt er die Hintergründe des Afrika-Engagements der chinesischen Regierung, das er im Bereich Wirtschaft und Handel wesentlich mitgestaltet hat. Tatsachen der Kooperation koppelt der Autor mit persönlichen Einschätzungen, was dem interessierten Leser wertvolle Informationen über die chinesisch-afrikanischen Beziehungen liefert.

Begonnen hat es für ihn noch ohne jeden Gedanken an Afrika mit einem Sprachstudium: Vom August 1965 bis Juli 1970 studierte er Französisch an einer Shanghaier Universität. Eher zufällig geriet er in ein Austauschprogramm, das ihn in den diplomatischen Dienst brachte. Sein erster Auslandsposten war 1973 eine Tätigkeit  in der Handelsabteilung der chinesischen Botschaft in Marokko. Vom November 1980 bis November 1984 arbeitete er in der Handelsabteilung der chinesischen Botschaft in Tunesien. Vom Dezember 1988 bis September 1992 war er in leitender Funktion in der chinesischen Botschaft in Gabun tätig. Das Amt des Vizehandelsministers bekleidete er in den Jahren 2003 bis 2008. Auch nach seinem Abschied aus der aktiven Politik engagiert er sich weiter für die chinesisch-afrikanischen Beziehungen.

Und genau davon handelt das Buch: eine dichte Beschreibung dieser Beziehungen auf allen Ebenen: von einfachen Bauarbeitern bis zum Gedankenaustausch unter Staatsführern. Weis Memoiren entwerfen ein umfassendes Panorama. Er erinnert unter anderem daran, dass viele afrikanische Länder großzügig für die Opfer des Erdbebens von Wenchuan am 12. Mai 2008 spendeten. Er erzählt die Geschichte des chinesischen Arztes Lu Chunming, der ein Malaria-Mittel im Selbstversuch an sich erprobte, aber auch die Abenteuer des Dolmetschers Wang Xuyang, durch dessen Vermittlung Geiseln aus der Hand von Banditen befreit werden konnten.

Über 220 Personen werden in dem Buch namentlich erwähnt. Jede einzelne von ihnen hat ihren Beitrag zur Entwicklung der chinesisch-afrikanischen Freundschaft geleistet.

Das Buch enthält 167 teils historische Schwarz-Weiß-Fotografien und bunte Bilder aus dem Alltag der Verbundenheit zwischen den Völkern. Sie lassen den Leser Anteil nehmen am Lebensgefühl, dem Lachen, den Leistungen und dem Stolz der Menschen Afrikas.