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Im April legte die Weltbank ihre vierteljährliche Prognose zur chinesischen Wirtschaftsentwicklung vor. Demnach stehen auch der chinesischen Wirtschaft harte Zeiten ins Haus, angesichts des schwächelnden globalen Umfeldes und der sich verschlechternden Rahmenbedingungen auf dem Inlandsmarkt. Im laufenden Jahr dürfte sich das Wachstum weiter verlangsamen, auch 2013 ist noch keine Besserung in Sicht.

Alle Räder rollen für die Konjunktur! Fertigungsstraße der Shanghai Automotive Industry Corporation(SAIC)im Industriepark Lingang.
Noch läuft er, Chinas Konjunkturmotor, auf den die Weltwirtschaft große Hoffnungen setzt. Aber in Sachen Wachstumszahlen gerät die Zugmaschine Ostasiens ins Stottern. Das Wirtschaftswachstum geht zurück, wenn auch gemächlich. Im ersten Quartal dieses Jahres sank Chinas BIP-Wachstum auf 8,1 Prozent, und damit stärker als erwartet. Und der Abwärtstrend hält an, zumindest wenn man den Prognosen der Weltbank glauben darf. In ihrem Vierteljahresbericht zur chinesischen Wirtschaftslage vom 12. April gab sie ihre jüngste BIP-Wachstumsprognose für die Volksrepublik bekannt: 2012 werde Chinas Wirtschaft um 8,2, im Jahr 2013 um 8,6 Prozent zulegen. Der Quartalsbericht, eine regelmäßig von der Weltbank herausgegebene Einschätzung der chinesischen Wirtschaftslage, legt der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung des Landes zugrunde, um Chinas Konjunkturaussichten zu aktualisieren und aufzuzeigen, auf welchen wirtschaftspolitischen Feldern Handlungsbedarf besteht.
In dem Report heißt es unter anderem, Chinas Wirtschaft befinde sich inmitten eines langsamen Konjunkturabschwungs. Als Gründe für die schleichende Rezension nennt die Weltbank das schwächelnde globale Umfeld sowie den schärferen Wind auf dem Inlandsmarkt. Bereits im Zeitraum von 2010 bis 2011 ist Chinas BIP-Wachstum nach Angaben der Weltbank moderat gesunken, von 10,4 auf 9,2 Prozent.
Vor allem Chinas Exportwirtschaft hätte die angespannte globale Wirtschaftslage gehörig zugesetzt. Das geringe Wachstum in der Eurozone und die nur schwerfällig wieder in Gang kommende US-Wirtschaft machten Chinas Exportunternehmen weiterhin zu schaffen. Hinzu kämen die Regulierungsmaßnahmen im Inland, die vor allem Investitionen einen klaren Dämpfer verpasst hätten, heißt es in dem Bericht weiter. Das gelte vor allem für die Bereiche Infrastruktur und Immobilien. Die Zuversicht der chinesischen Verbraucher allerdings sei nach wie vor ungebrochen und der Konsum im Reich der Mitte lege unvermindert zu. Auch die Haushaltseinkommen stiegen weiter rasch an.
Die Inflation, das große Sorgenkind des vergangenen Jahres, zeige dagegen eine rückläufige Tendenz. Vor allem die Teuerung bei Nahrungsmitteln habe nachgelassen, nachdem der Einfluss von so genannten Einmalfaktoren zurückgegangen sei. Und auch in allen übrigen Bereichen sei die Inflation als Folge der allgemeinen Konjunkturschwäche zurückgegangen, so der Report. Zwar steigen die Gehälter der Chinesen unverändert an, zugleich habe jedoch die Arbeitsproduktivität kontinuierlich zugenommen, was die Lohnstückkosten deutlich gedrosselt habe. Und die Anstrengungen zur Eindämmung der Inflation haben zu einer strafferen Geld- und Finanzpolitik geführt, deren Auswirkungen sich nun bemerkbar machten.
Unter den gegebenen Umständen sei die Zahlungsbilanz des Landes ausgeglichener geworden, so der Bericht. Bei der Handelsbilanz habe es zu Beginn des Jahres allerdings ein Defizit gegeben, nachdem die Exporte von Industrieerzeugnissen vor dem Hintergrund unverändert hoher Rohstoffpreise zurückgegangen waren. Auch bei den ausländischen Direktinvestitionen ist ein Abwärtstrend zu beobachten, eine Folge der Verunsicherung der Märkte, wie die Weltbank schreibt. Diese Entwicklungen hätten wiederum dafür gesorgt, dass China deutlich weniger Devisen angesammelt und das Tempo der nominalen wie realen Wechselkurssteigerung eine Drosselung erfahren habe.
Zukunftsaussichten
In naher Zukunft dürfte China die Konjunkturschwäche kaum überwinden, so die Prognose der Weltbank, die von Wachstumsraten von 8,2 Prozent für 2012 bzw. 8,6 Prozent für 2013 ausgeht.
Die heimische Nachfrage dürfte 2012 voraussichtlich 8,4 Prozentpunkte zum Wachstum beisteuern, wobei der Konsum nur langsam zulege. Dies sei teilweise auf die Basiseffekte und eine deutlich sinkende Investitionsbereitschaft zurückzuführen. Hinzu kommt, dass sich auch der Welthandel in naher Zukunft wohl kaum entscheidend erholen dürfte. Die schwächelnde Auslandsnachfrage wird China in diesem Jahr nach Prognosen der Weltbank 0,3 Prozentpunkte des Gesamtwachstums kosten.
Die Inflationssorgen nehmen hingegen ab. Derzeit bereitet die chinesische Regierung signifikante Preisanpassungen vor. 2012 werde die Inflation gegen 3,2 Prozent tendieren. Gründe hierfür seien, dass das Wachstum weiter abnehme, gleichzeitig der Einfluss der Rohstoffpreise verblasse und sich vor allem die Immobilienmärkte abkühlten. Chinas Außenhandelsbedingungen dürften sich vor diesem Hintergrund verbessern, da die Importpreise eher von den abnehmenden Rohstoffpreisen abhängig sind als von den Exportpreisen, die in erster Linie von den Herstellern gestaltet werden. Auch die Wechselkursaufwertung wird sich wohl verlangsamen, solange sich das schwache Auslandsumfeld weiterhin bei Exportvolumen und Preisen bemerkbar macht.
Der momentane Handelsüberschuss dürfte auch Zukunft bestehen bleiben und laut den Prognosen der Weltbank sogar weiter leicht ansteigen. 2012 wird er voraussichtlich einen Anteil von 3 Prozent des BIP erreichen und bis 2013 auf rund 3,3 Prozent steigen. Die verbesserten Handelsbedingungen machen dabei die anfangs niedrige Handelsbilanz wett, die auf den schwachen Export und das robuste Importvolumen zurückgeht. Angesichts der vorhergesagten Erholung der Handelsvolumina 2013 und einer weiteren Verbesserung der Handelsbedingungen werde auch 2013 der Handelsüberschuss weiter ansteigen. Trotz der ungebrochenen Nettokapitalzuflüsse werde sich die Anhäufung von Devisenreserven weiter verlangsamen.
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