19-10-2009 Beijing sperrt ausländische Investoren im Markt für Online-Spiele aus
Chinesische Regulierungsbehörden haben ausländische Investoren aus dem nationalen Markt für Computerspiele verbannt, heißt es in einem Schreiben, das am vergangenen Wochenende vom Hauptamt für Presse und Verlagswesen (GAPP) veröffentlicht wurde.
Demnach ist es sowohl Unternehmen, die vollständig in ausländischem Besitz sind, als auch Joint Ventures und Kooperationen untersagt, im lokalen Markt zu investieren. Auch die "indirekte Einflussnahme" soll unterbunden werden, beispielsweise technische Hilfestellungen oder die Unterzeichnung von Verträgen zwischen lokalen und internationalen Firmen.
Das Rundschreiben, das gemeinsam vom GAPP, der Behörde für Urheberrechte und dem Staatsbüro für den Schutz vor Pornographie und illegalen Veröffentlichungen herausgegeben wurde, ist Teil einer Kampagne der Regierung, deren Ziel die Entfernung so genannter "ungesunder" und illegaler Inhalte aus dem Web ist. Bereits im Juli wurden Spiele mit Gangster- oder Mafia-Hintergrund vom Kulturministerium verboten.
"In den vergangenen Jahren haben einige ausländische Unternehmen versucht, in den chinesischen Markt für Online-Games einzusteigen, das hat der heimischen Industrie schwer geschadet", sagte Kou Xiaowei, Vizepräsident der Technologischen und Digitalen Abteilung von GAPP, gegenüber Xinhua.
Bislang wurden die Betreiber von etwa 45 lokalen Onlinespielen, die die gesetzlichen Vorgaben missachtet hatten, von GAPP bestraft, berichten chinesische Medien.
Zur Zeit darf keine Organisation oder Privatperson Online-Spiele anbieten, solange sie nicht von der GAPP geprüft wurde. Ist die Genehmigung ausgestellt, darf die Organisation oder Person allerdings Spiele anbieten, ohne weitere Genehmigungen von anderen Regierungsabteilungen einholen zu müssen.
Anfang September hatte die Staatliche Kommission für die Reform des öffentlichen Sektors die Zuständigkeitsbereiche für die Regulierung von Online-Spielen abgesteckt. Das Kulturministerium ist demnach für die Kontrolle des Marktes der Onlinespiele-Industrie zuständig, die GAPP verwaltet den Genehmigungsprozess vor der Publikation und Distribution von Online-Games.
Doch eine große Frage bleibt in der Branche: In welcher Form wird diese Entwicklung den chinesischen Onlinegame-Anbieter NetEase betreffen, der das weltweit beliebte Spiel "World of Warcraft" anbietet, das 2004 vom amerikanischen Computerspielentwickler Blizzard Entertainment auf den Markt gebracht wurde? Es ist unklar, ob eine GAPP-Genehmigung vor dem Start der neuen Version am 19. September vorgelegen hatte. Zuvor hatte NetEase verkündet, es erwarte vor dem Launch der neuen Version des Spiels keine Einmischung von außen.
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