12-10-2009 Beijing Rundschau
Putin will milliardenschwere Aufträge in China einsammeln

Russische Firmen planten während des Besuchs von Premierminister Putin nächste Woche in Beijing Geschäfte im Wert von mehr als 5,5 Milliarden Dollar mit chinesischen Partnern abzuschließen, sagte Putins Stellvertreter während eines Interviews mit der Agentur Reuters.

Die 34 Geschäftsabschlüsse reichten von einem Anleiheabkommen von 500 Millionen zwischen der China Development Bank und der russischen Entsprechung VEB bis zu gemeinsamen Projekten in Transport, Infrastruktur, Bauwesen und dem Abbau von Bodenschätzen. Das ist einem Konzeptpapier, das Reuters erhalten hatte, zu entnehmen.

Russlands Handel mit China stieg von 9,3 Millarden im Jahr 2002 zu 56 Milliarden im Jahr 2008 rapide an. Der Anteil von Öl im Exportvolumen beträgt 56%, der von Metall 5%, während der von Maschinen 4,4% beträgt.

 

Die Liste ist auch zu entnehmen, dass Russlands breit gefächerte Holding Sistema ein Finanzierungsabkommen im Wert von 200 Millionen Dollar mit der Bank of China und dem Telekommunikationsgeräte-Hersteller ZTE Corp unterzeichnen wird.

 

China National Materials (Sinoma) und die Investment Holding CNBM werden vier Abkommen mit dem Russischen Zementproduzent Eurocement zum Bau von Zementproduktionsanlagen abschließen.

Zhukov, der den Vorsitz der Russisch-Chinesischen Regierungskommission führt und die Vorbereitungen für den Besuch betreut, bedeutete, dass Russland darauf setzen würde, in der Zukunft gewerbliche Düsenflugzeuge und Apparate für Atomkraftwerke zu exportieren, um so den Export von Maschinenanlagen anzukurbeln.

Die letzten Angaben zeigen einen Anstieg von Maschinenexporten von Russland nach China zwischen Januar und July 2009 um 12,5%, hauptsächlich infolge einer 3,5 fachen Zunahme des Exports im Bereich der Luftfahrt.

Putin, der 2008 von seiner Funktion als Präsident zurücktrat und Premierminister wurde, traf sich zuletzt im Verlauf des Jahres mit seinem chinesischen Amtskollegen Wen Jiabao in Davos, wo sie eine Ansprache an die Wirtschaftselite zur globalen Wirtschaftskrise hielten.

Letztes Jahr beaufsichtigten Putin und Wen Jiabao die Unterzeichnung eines Pipeline-Abkommens zwischen Russland und China, um eine neue Überlandroute für Öl aus Sibirien zu schaffen. Die beiden handelten auch einen Öl für Kredite -Vertrag aus, durch den sich China die Bereitstellung von russischem Öl für die nächsten 20 Jahre sicherte während sich russische Firmen 25 Milliarden Dollar zu niedrigen Kreditraten liehen.

Zhukov sagte, die beiden Seiten würden den Energiedialog fortführen, und damit auch Gespräche über eine Zusammenarbeit in der Kohleindustrie. Er meinte, Russland hätte auch zugestimmt, die Energieexporte an China fortzusetzen.

Zhokov sprach auch darüber, dass die bilaterale Bankenkommission, geleitet von zwei hochrangigen Zentralbankern, über den Anteil von Rubel und Yuan im bilateralen Handel diskutieren werden. Der Anteil der beiden Währungen beträgt momentan gerade einmal knapp über 1% des Handelsumsatzes.

Sowohl wir als auch die Chinesen sind daran interessiert, diesen Anteil zu steigern. Das ist billiger als Geschäfte in weltweiten Währungen zu tätigen,“ meinte Zhokov. „Wenn die Geschäftsleute erkennen, dass es so einfacher ist, werden sie diese Möglichkeit mehr und mehr nutzen.“

Er sagte, die beiden Länder hätten für den Anteil von nationalen Währungen im Handel noch keine konkreten Ziele gesetzt.

 
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