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Mariette Rissenbeek: Chinesisches Kinopublikum ist neugierig auf deutsche Filme

Von Jeffrey Möller  ·   2018-11-14  ·  Quelle:German.people.cn
Stichwörter: Film;Deutschland
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In den letzten Jahren feiern deutsche Film- und Serienproduktionen immer häufiger Erfolge im Ausland und finden sich auf den Nominierungs- und Gewinnerlisten renommierter Branchenpreise wie dem Emmy, dem Oscar und dem Golden Globe wieder. Doch wie steht es um den deutschen Film auf dem chinesischen Markt? Sind Produktionen aus Deutschland im Reich der Mitte angesagt? Darüber sprach People's Daily Online mit Filmmanagerin Mariette Rissenbeek, Geschäftsführerin von German Films, der Auslandsvertretung des deutschen Films.

Bereits zum sechsten Mal findet aktuell das Festival des Deutschen Films in China statt. Ziel des Festivals ist es, dem chinesischen Publikum deutsche Produktionen näherzubringen und es auf kultureller Ebene für Deutschland zu begeistern. Damit das auch gelingt, wartet das Festivalprogramm mit leuchtenden Beispielen des Erfolges deutscher Film- und Serienproduktionen im Ausland auf. Es werden unter anderem Aus dem Nichts, Babylon Berlin und Die Unsichtbaren – Wir wollen leben gezeigt, die bereits alle ein internationales Publikum überzeugen konnten.

Doch ist internationale Anerkennung auch gleichzeitig ein Garant für Erfolg in China? „Momentan sind es vor allem kommerziell produzierte oder kommerziell aussehende Filme aus Deutschland, die das chinesische Publikum begeistern“, erklärt Mariette Rissenbeek im Interview mit People’s Daily Online. Rissenbeek ist Geschäftsführerin von German Films, der internationalen Promotionsagentur des deutschen Films, die das Festival mitorganisiert hat. Ab dem kommenden Jahr wechselt sie als geschäftsführende Leiterin zur Berlinale, einem der weltweit bedeutendsten Filmfestivals.

Als Beispiel für deutsche Erfolge in der Volksrepublik nennt Rissenbeek die Resident Evil-Reihe der Münchener Filmproduktionsgesellschaft Constantin Film sowie die deutsch-australische Koproduktion Die Biene Maja – Der Kinofilm, die Anfang 2018 in den chinesischen Kinos angelaufen ist. Zwar sei die Nachfrage nach deutschen Arthouse-Filmen, also nach Filmen, die außerhalb des Mainstreams mit einem geringem Budget gedreht werden, in China bislang noch überschaubar, jedoch sei laut Rissenbeek festzustellen, dass auch dieser Markt sich mehr und mehr öffne und weiterentwickle. „In diesem Jahr wurden alle Filmrechte der auf dem Festival des Deutschen Films gezeigten Produktionen bereits vor Festivalbeginn nach China verkauft. Das war früher ganz anders, da konnten wir froh sein, wenn vereinzelt Filmrechte erworben wurden“, so die German Films-Chefin.

Positiv in die Zukunft blicken lässt Rissenbeek vor allem das chinesische Kinopublikum: „Chinesische Kinogänger sind unheimlich neugierig und offen gegenüber Neuem. Hier in China hat das Kinopublikum wenig Berührungsängste und gibt auch gern mal Filmen eine Chance, die ein traditionelleres Publikum, wie beispielsweise das französische, gar nicht interessieren würden“.

Rissenbeeks Gespür für den Geschmack und die Eigenschaften internationaler Filmfans, hat sie in ihren insgesamt 16 Jahren bei German Films durch stetige Reisen rund um den Globus entwickelt und geschärft. Das Gefühl, bereits genug von der Welt gesehen zu haben, hat die Filmmanagerin dennoch nicht. „Ein bisschen vermissen werde ich das viele Herumreisen schon“, gibt sie im Hinblick auf ihre kommende Rolle als geschäftsführende Leiterin der Berlinale zu. „Gerade die vielen spannenden und interessanten Begegnungen, auch hier in China, wo ich schon häufig war, werden mir etwas fehlen“.

Trotzdem freue sie sich natürlich auf ihre neue Aufgabe und werde auch den chinesischen Markt in ihrer kommenden Position bei den Berliner Filmfestspielen fest im Blick behalten. „Die Berlinale hatte bereits in der Vergangenheit eine enge Verbindung zu China und ich wünsche mir, dass das auch in Zukunft so bleibt“.

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