23-12-2008 Beijing Rundschau
Obst aus Taiwan: Vorteil für Verbraucher - Herausforderung für Bauern
von Xu Bei

Obst aus Taiwan: Vorteil für Verbraucher - Herausforderung für Bauern

„Ich freue mich sehr über die direkten Verbindungen zwischen Taiwan und dem Festland. Wenigstens kann ich jetzt mehr frisches Obst von der Insel zu einem vernünftigen Preis kaufen", sagt Cheng Yue, eine Krankenschwester aus Nanjing.

Am 15. Dezember sind die direkten Post-, Handels- und Verkehrsverbindungen zwischen beiden Seiten der Taiwan-Straße eröffnet worden. Die Frachtschiffe, die früher die Taiwan-Straße umfahren mussten, können jetzt direkt den Hafen in der Provinz Fujian ansteuern. Das ist eine gute Nachricht für die Obstbauern aus Taiwan. Die direkte Verbindung garantiert die Frische des Obstes und senkt die Frachtkosten. Zhou Haitao, Chefingenieur des chinesischen Verkehrs- und Transportministeriums, sagt: „Vor allem die Obstbauern können von den direkten Handels- und Verkehrsverbindungen profitieren. Früher ließ sich Obst aus Taiwan nur im chinesischen Küstengebiet verkaufen. Jetzt können auch die Bewohner des Hinterlandes Obst aus Taiwan genießen. Das Kosten haben sich verringert, davon profitieren Verbraucher."

Vor Eröffnung der direkten Verkehrsverbindungen musste Obst aus Taiwan meist über Hongkong oder die japanische Insel Ishigaki geleitet werden, um das chinesische Festland zu erreichen. Der Transport dauerte ungefähr eine Woche, was nicht nur auf Kosten der Frische der Ware ging, sondern sich auch auf den Verkaufspreis auswirkte. Obst aus Taiwan war also immer sehr teuer, das schreckte Konsumenten auf dem Festland ab.

Statistiken zufolge machten die Frachtkosten 35 Prozent der Entstehungskosten aus. Jetzt ist das Obst statt einer Woche nur noch 16 Stunden unterwegs. Am Morgen wird das Obst gepflückt, am Nachmittag wird es auf Schiffe verladen und am nächsten Morgen auf dem Gemüsemarkt verkauft. Nun kommen Verbraucher auf dem Festland zu erschwinglichen Preisen an frisches Obst aus Taiwan.

Durch den direkten Transportweg ist Taiwan-Obst allerdings auch zu einem Konkurrenzprodukt für Festland-Obst geworden. Als Obst aus Taiwan im Jahr 2005 erstmals auf dem Festland verkauft wurde, machte sich der Konkurrenzdruck auf die Obstproduzenten aus Fujian schon spürbar. Obwohl die Ware aus Taiwan viel teurer war, hat sie eine so große Nachfrage ausgelöst.

„Das Obst aus Taiwan sieht nicht nur gut aus, sondern schmeckt auch besonders gut. Außerdem sind die Leute neugierig auf alles, was von der Insel kommt. Da ist Obst aus Taiwan natürlich hoch willkommen", sagt Ji Qingzhong, Generalmanager der Zhengda Obstprodukte GmbH in Fuzhou, der Hauptstadt der Provinz Fujian. Die Obstbauern in Fujian haben weniger Erfahrungen mit Vermarkting, während in Taiwan Erzeuger und Vermarkter eine reife Wertschöpfungskette bilden. Die Obstbauern in Fujian sind alles Einzelkämpfer, so Ji Qingzhong.

Trotzdem bleibt der Manager optimistisch gegenüber der Zukunft.

"Konkurrenz macht effizienter. Die Obstbauern der Provinz Fujian können durch Zusammenarbeit mit Taiwaner Unternehmen mehr Erfahrungen in Vermarkting sammeln und sich konkurrenzfähiger auf dem Markt machen."

 
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